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Der Wirtschaftsverband Emsland geht neue Wege

Mechtild Weßling übernimmt Geschäftsführung



Den Wirtschaftsverband Emsland wollen Vorsitzender Ulrich Boll und Geschäftsführerin Mechtild Weßling neu aufstellen.

Der Wirtschaftsverband Emsland mit seinen über 400 Mitgliedern will sich personell, finanziell und inhaltlich neu aufstellen. Den Anfang macht die neue Geschäftsführerin Mechthild Weßling.

Die 58-jährige Lingenerin ist seit dem 1. Juli Nachfolgerin von Norbert Verst. Die Rechtsanwältin für Arbeit- und Sozialrecht arbeitet nach beruflichen Stationen in einer Anwaltskanzlei in Lingen sowie beim Landkreis Grafschaft Bentheim und der Universität Osnabrück (Campus Lingen) in der Projektleitung bereits seit 2013 beim Wirtschaftsverband Emsland.

Vorsitzender Ulrich Boll sagte in einem  Pressegespräch. "Es gab drei Bewerber, zwei auswärtige und eben Mechthild Weßling." Dem geschäftsführenden Vorstand sei die Entscheidung jedoch nicht schwer gefallen. Für Mechthild Weßling spreche auch ihre sechsjährige Berufserfahrung im Wirtschaftsverband. Allerdings ist für den Vorsitzenden klar: "Der Verband muss und soll sich verändern." 

In Zeiten seiner Gründung vor 15 Jahren habe der Schwerpunkt auf der Netzwerkarbeit gelegen. Ziel sei es gewesen, dass sich die Unternehmen im Landkreis gegenseitig kennen lernen. So sollten Synergieeffekte erzielt werden. Warum muss jemand mit einem Partner in Bayern zusammenarbeiten, wenn ein emsländischer Partnerbetrieb in wenigen Kilometern Entfernung dasselbe bieten kann. "Das haben wir in den letzten Jahren auch gut umgesetzt", sagt Boll. Inzwischen treiben aber andere Schwerpunkt die heimische Wortschaft um. Das seien vor allen Dingen die Themen "Personal und Weiterbildung".

Der Vorstand habe zu diesen Themen bereits zwei große Klausurtagungen durchgeführt, weitere würden folgen. Dabei will Boll unbedingt den erweiterten Vorstand mit einbeziehen, um die Themenpalette auf möglichst viel Schultern zu verteilen. Ein Ziel sei es, den Wirtschaftsverband "finanziell besser aufzustellen". Bislang setze sich das Budget weitgehend aus den Mitgliedsbeiträgen zusammen. In Zukunft sollen verstärkt öffentliche Fördertöpfe angezapft werden. Ein  erstes positives Beispiel sei das Anwerben von Auszubildenden aus Paraguay. Für dieses Projekt erhofft sich der Wirtschaftsverband Emsland Fördergelder über die NBank. Entsprechende Anträge beim Niedersächsischen Kultusministerium seien bereits gestellt. Da die Jugendlichen aus Paraguay allesamt auch die deutsche Staatsbürgerschaft besäßen, könne das Land Niedersachsen die Maßnahme als Übergang von der Schule zum Beruf finanziell unterstützen. 

Es ist Aufgabe der ebenfalls in Vollzeit neu eingestellten Katharina Runte, entsprechende Förderszenarien zu finden und mögliche pass-genaue Vorhaben zu entwickeln. Sie absolvierte vorab das Bachelor-Studium für Kommunikationsmanagement in Lingen.  Zu ihren Aufgaben  gehört weiter die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Zudem will der Verband die bisherige Stelle von Mechthild Weßling für den Bereich "Bildung und Beschäftigung" neu besetzen.

Der Wirtschaftsverband Emsland will sich zudem auf einem dritten Sektor neu ausrichten: "Wir wollen anders als bisher mit den Akteuren in der Region zusammenarbeiten", sagte Vorsitzender Ulrich Boll. Zu den Mitstreitern zählt er u.a. die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim bzw. die Wachstumsregion Ems-Achse. "Wir wollen in Zukunft miteinander und nicht gegeneinander arbeiten." Dabei sei für Boll klar, dass sich der Wirtschaftsverband Emsland auf den Landkreis Emsland konzentriere, während die anderen Verbände meist "in größeren Regionen unterwegs" seien.


Quelle:
Text und Foto: Hermann-Josef Mammes, NOZ 22.07.2019