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Wirtschaftsverband organisiert Seminar zum Thema "Cybercrime"

Eine Million Euro Schaden durch Cybercrime - auch Firmen im Emsland sind betroffen.



Internet und Cybercrime sind ein Problem in der Region – auch im Emsland. Die Experten Christian Pursche (LKA Hannover), Dieter Rothlübbers (PI Emsland) (von links) und Johannes Dreising (PI Emsland) (rechts) klärten die Zuhörer auf. Pia Maria Holle war als Vertreterin des Wirtschaftsverband Emsland vor Ort.

Deutschland sorgt Internetkriminalität Jahr für Jahr für große Schäden. Neben Privatpersonen werden auch vermehrt Angriffe auf Unternehmen geführt und diese um Millionenbeträge erleichtert.

Nun bot der Wirtschaftsverband Emsland an seiner Emsland-Akademie eine Schulung an, die Mitarbeiter von Firmen für dieses Thema sensibilisieren sollte. Rund 20 Zuhörer fanden sich im dazu im Meppener Hotel Pöker ein. Gleich drei Experten für Internetkriminalität, auch Cybercrime genannt, konnten von der Emsland Akademie verpflichtet werden. Ein Polizeioberkommissar vom LKA Hannover, Christian Pursche, sowie zwei Kollegen von der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim , Johannes Dreising und Dieter Rothlübbers.

Den Anfang machte Pursche, der in Hannover beim LKA in der zentralen Ansprechstelle Cybercrime arbeitet. Er informierte die Zuhörer über die Möglichkeiten, die potenzielle Angreifer hätten, um in ein Computersystem einzudringen. Dabei war er stets bemüht, sich nicht in technischen Details und Fachchinesisch zu verlieren. Er hob hervor, dass meist der Mensch und nicht die Technik die Hauptfehlerquelle sei. „Keiner kann mehr alles wissen, aber man kann sich sensibilisieren“, erklärte Pursche. „Dann wird derjenige auch nicht mehr so schnell zum Opfer im Internet. In der Regel beruhen die Betrügereien nämlich auf Gutgläubigkeit und Unwissenheit des Geschädigten.“ Trotzdem würden Angreifer immer perfider und aufwendiger vorgehen, um an ihr Ziel zu kommen.

Doch wie käme ein Angreifer überhaupt in ein fremdes Computernetzwerk und zu hohen Geldsummen, fragte ein Zuhörer. „In der Regel durch die klassische E-Mail, die dem Empfänger etwas falsches suggeriert“, wusste Pursche. „Die Gefahr lauert dann im Anhang der Mail. Hier wird Schadsoftware versteckt, was durch das Öffnen des Dateianhangs in das System gelangt.“ Diese könnte im schlimmsten Fall alle wichtigen Dateien auf der Festplatte unbrauchbar machen. Mittlerweile wären solche E-Mails auch als Bewerbungsschreiben getarnt. „Man muss ganz genau hinschauen“, mahnte der Experte. „Denn wir als Ermittler sind oftmals machtlos. Auch wenn wir den oder die Täter ausfindig machen können, sitzen sie oft im Ausland und dann wird es kompliziert. Auch ein Virenscanner bietet keinen 100-prozentigen Schutz. Im Zweifel also bitte keine Anhänge öffnen.“

Kriminalhauptkommissar Johannes Dreising hatte konkrete Zahlen aus der Ermittlungsarbeit der Polizeidirektion Osnabrück im Gepäck, zu der auch das Emsland gehört. „Rund 48 Fälle von Internetkriminalität wurden 2016 in Niedersachsen bekannt“, erklärte Dreising. „Davon waren 16 in der Polizeidirektion Osnabrück. Insgesamt ist allein in unserer Direktion den Unternehmen ein Schaden von rund einer Millionen Euro entstanden.“ Doch in Regionen, wo bereits Präventionsarbeit zum Thema Cybercrime geleistet wurde, seien die Betrugsfälle deutlich weniger. Als Empfehlung gab er allen Anwesenden mit auf den Weg, besonders im Internet misstrauisch zu sein und im Zweifelsfall einen Experten zu fragen.

Quelle: NOZ 30.01.2017
Text und Foto: Harry de Winter