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„...Erhöhung der Frauenerwerbsquote“

Ursula Günster-Schöning, Unternehmenscoach der Emsländischen Stiftung für Beruf und Familie

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Wirtschaftsverband Emsland und IHK organisierten Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl

Sieben Direktbewerber zur Bundestagswahl im Wahlkreis Unterems stellten sich der Diskussion



Die Bewerber zur Bundestagswahl im Wahlkreis Untermes mit dem IHK-Präsidenten Martin Schlichter sowie der Vorsitzenden des Wirtschaftsverbandes Emsland, Maria Borgmann.

Einige überraschende Aussagen hat es in Haren bei der Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl der sieben Direktkandidaten für den Wahlkreis (25) Unterems gegeben.

Komplett konträr zur Linie seiner emsländischen Parteifreunde verblüffte Harald Kleem (Bündnis 90/Die Grünen) im Saal Hagen die 65 Zuhörer mit seinem Bekenntnis zum vierspurigen Ausbau der Europastraße 233: „Wir müssen die vorhandenen Straße so ausbauen, dass sie die Verkehre aufnehmen kann.“ Deshalb befürwortete er das 720 Millionen-Euro-Projekt von Meppen nach Emstek.

Unter der fachkundigen Moderation des früheren NDR-Redakteurs Peter Kliemann ging Marius Wolters (Die Partei) sogar noch einen Schritt weiter. „Ich bin für den gnadenlosen Ausbau.“ Er forderte zusätzlich zur E 233 auch den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 70 von Papenburg nach Westoverledingen. Und auch Bettina Kubiak (Die Linke) sagte: „Ich bin aber dafür.“ Dabei wisse sie sehr wohl, dass der Linken-Kreisverband im Emsland das Vorhaben ablehnt.

Nur AfD-Bewerber Christoph Merkel wollte sich nicht festlegen. Er wünschte sich deshalb einen Bürgerentscheid zu diesem Sachverhalt.

Die beiden Politikprofis und Bundestagsabgeordneten Markus Paschke (SPD) und Gitta Connemann (CDU) sprachen sich ohne Wenn und Aber für das Großprojekt aus. Paschke wörtlich: „Ohne funktionierende Infrastruktur funktioniert nichts in Deutschland.“ Connemann verwies auf die Erfolgsgeschichte der Emslandautobahn mit ihren vielen neuen Industrie- und Gewerbegebieten. Zudem dankte sie den Landkreisen Emsland und Cloppenburg, dass sie die Planung für den vierspurigen Ausbau der E 233 vorantrieben. Connemann kritisierte mit Blick auf weitere Projekte indes das Land Niedersachsen: „In Niedersachsen können nicht alle Bundesmittel verbaut werden, weil es Engpässe in den Landesbaubehörden gibt.“

Breiten Raum in der knapp zweistündigen gemeinsamem Debatte von Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim sowie Wirtschaftsverband Emsland nahm der Fachkräftemangel in der Region ein. Dabei zog AfD-Bewerber Merkel als einziger grundsätzlich in Frage, dass es einen Fachkräftmangel gibt. So seien in Deutschland 120.000 Ingenieure ohne Job. CDU-Abgeordnete Connemann konterte: „Bei meinen Besuchen im Emsland sind fast alle Betriebe händeringend auf der Suche nach qualifiziertem Personal.“ Sie sieht gerade durch die Beschäftigung von Frauen noch Potenziale. „Die Landkreise Leer und Emsland bilden die rote Laterne bei der Frauenbeschäftigung im Deutschland.“

Ihr Bundestagskollege Paschke (SPD) fordert, die vielen geringfügigen Beschäftigten im Emsland besser zu qualifizieren. Außerdem müssten Weiterbildungen zum Meister oder Techniker finanziell lukrativer gestaltet werden. Bettina Kubiak (Die Linke) will Minijobs abschaffen. Für die FDP will Marion Terhalle den Zugang der Flüchtlinge zur Arbeits- und Ausbildungswelt vereinfachen.

Weitgehend einig waren sich die Bewerber für die Bundestagswahl bei der Breitbandverkabelung. Alle sprachen sich für ein schnelles Internet aus. Für die FDP-Politikerin ist das sogar eine „Herzensangelegenheit“. Deutschland sei auf diesem Gebiet nach ihrer Einschätzung „grottenschlecht“.


Quelle: NOZ, 26.08.2017
Text und Foto: Hermann-Josef Mammes