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Lohner MinT-Mädchen lernern Gartenarbeit per Laptop

Neues Modul bei "Mädchen in Technik" - Automatisierung spielt immer eine größere Rolle.



Die MinT-Mädchen zeigten, welche Möglichkeiten sich für den Garten anbieten.

Zahlreiche „Männerberufe“ haben Schülerinnen verschiedener Schulen und Jahrgänge in dem Projekt Mint (Mädchen in Technik) in den vergangenen Jahren kennengelernt. Jetzt ist mit „Automatisierungs- und Robotertechnik“ ein weiteres Modul hinzugekommen.

Elf Mädchen der Jahrgänge 9 und 10 aus dem Schulzentrum Lohne waren dazu an zwei Tagen zu Gast in der BBS Lingen, Technik und Gestaltung. Unter Anleitung von Heiner Bröker, Berufsschullehrer für Elektrotechnik, haben sie gelernt, was man alles in einem Garten per Knopfdruck mit dem Smartphone oder dem Laptop machen kann, ohne selbst Hand anzulegen.

In einem kleinen Modellgarten, der in einem Klassenraum steht und der an ein sehr großes Aquarium erinnert, ist unter anderem ein kleiner Teich angelegt, es gibt einen Frosch, der Wasser speien kann sowie verschiedene Beleuchtungen. Bröker zeigt den jungen Damen, wie sie programmieren können, wie und wann das Licht angeht, ob es gedimmt wird oder ob durch den Frosch mal wieder Wasser laufen soll. Jede Teilnehmerin hat ein Smartphone oder Tablet, sodass die Übungen sofort umgesetzt werden können.

„Energiemanagement ist ein ganz großes Thema“, zeigt sich der Pädagoge überzeugt und freut sich, dass er den jungen Damen hier alltagstaugliche Anwendungen demonstrieren kann. „Was die Mädchen hier lernen, könne man beispielsweise in den Berufen Elektroniker für Automatisierungstechnik, für Antriebstechnik oder als Mechatroniker finden“, erklärt Böker als Angelika Laupenmühlen, Beauftragte für Chancengleichheit bei der Agentur für Arbeit, sich vor Ort einen Eindruck des neuen Moduls verschaffen möchte. Aber auch in der Garten- und Landschaftsplanung spiele die Automatisierung eine immer größere Rolle. „Das sind genau die Felder, in denen Arbeitgeber händeringend Mitarbeiter suchen“, weiß Laupenmühlen. Außerdem seien in diesem Bereich die Verdienstmöglichkeiten recht gut und man habe einen Beruf mit einer recht sicheren Zukunftsperspektive, fügt sie hinzu.

Am Tag vorher hatten die Mädchen zusammen mit Heiner Bröker ein Förderbandband so programmiert, das es verschieden große Gegenstände erkennt und entsprechend stoppt oder weiterläuft. Das sei vergleichbar mit einem Flaschenpfandautomaten, der eine PET-Flasche schreddert, eine Glasflasche aber weiterleitet in die Pfandkiste.

Der Arbeitskreis Mint, zu dem neben den Lehrkräften und der Agentur für Arbeit auch Mitglieder des Wirtschaftsverbandes Emsland gehören, hatte sich für die Einführung des neuen Moduls entschieden, weil der Einsatz des Smartphones sehr eng mit den Interessen der Jugendlichen verbunden ist. Außerdem seien für junge Leute in den Klassen 9 und 10 nicht mehr weit bis zum Ausbildungsstart. So könne man ihnen möglicherweise noch eine Entscheidungshilfe mitgeben.

Das neue Modul wird finanziert durch die Agentur für Arbeit, den Wirtschaftsverband Emsland sowie aus Mitteln des Regionalen Bildungsfonds de Bildungsregion Emsland.


Quelle: NOZ, 01.11.2017
Text und Foto: Caroline Theiling