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Lathens Volleyballerinnen Mannschaft des Jahres - Schwimmerin Marcia Niemeyer Nachwuchssportler und Samuel Tieben wurde Sportlerpersönlichkeit

Sport-Wirtschafts-Gala "Emotion 2018" so haben Sie die Sportler des Jahres 2017 gewählt!



Die Gewinner der "Emotion 2018" - die Sportler des Jahres 2017.

Ruderer Samuel Tieben nahm bei der 24. Sport-Wirtschafts-Gala in Haren den Preis als emsländische Sportpersönlichkeit 2017 entgegen. Schwimmerin Marcia Niemeyer wurde als Nachwuchssportlerin geehrt, die U-16-Volleyballerinnen von Raspo Lathen stellten die Mannschaft des Jahres.

„Der Sport hier im Emsland ist ein enormer Imagegewinn für uns. Er strahlt über die Grenzen hinaus“, betonte Landrat Reinhard Winter, der zugleich Kuratoriumsvorsitzender der Sporthilfe Emsland ist, während seiner Grußworte. Traditionell eröffnete Winter einen Abend voller interessanter Gespräche, Darbietungen und der Preisverleihung der emsländischen Sportler und Sportlerinnen 2017 auf der Bühne im Hotel Hagen in Haren am gestrigen Montagabend.

Allgemein ging der Landrat auf den großen Stellenwert des Sports im Landkreis ein. Dabei betonte Winter auch: „Die geradezu symbiotische Beziehung zwischen Sport und Wirtschaft wird im Emsland längst gelebt.“ Das bestätigten auch Maria Borgmann (Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes Emsland), Dr. Hendrik Holt (geschäftsführender Gesellschafter der Holt Holding) und Andreas Nünemann (Geschäftsführer Nünemann Bau) im Gespräch mit Andreas Müller, der als Moderator durch den gestrigen Abend führte. „Sportförderung ist auch immer gleich Wirtschaftsförderung“, erklärte Borgmann. Dr. Holt stimmte zu und ergänzte: „Ich finde es wichtig, dass man den Sport unterstützt und der Region etwas zurückgibt. Wie die Sportler und Sportlerinnen, müssen auch Unternehmen immer ein Risiko eingehen. Hier sehe ich die Parallelen.“

Unisono und Zirkuswelt Haren begeistern

Die Zirkuswelt Haren beeindruckte mit sehenswerter Akrobatik beim Seilspringen. Die Band Unisono begleitete den Abend mit Livemusik – sowohl gefühlvoll als auch mit dem Klassiker „You’re the one that i want“ aus dem Film „Grease“. Das Schlusswort hatte Landrat Winter, der treffend sagte: „Alle Sportlerinnen und Sportler sind heute Gewinner.“

Schwimmerin Marcia Niemeyer (Nachwuchssportlerin des Jahres): Im Vorjahr fehlten ihr nur wenige Stimmen auf den Sieger und Ruderer Jan Hennecke. Diesmal klappte es: Schwimmerin Marcia Niemeyer vom Schwimmverein Haren schlug in der Kategorie Nachwuchssportler als Erste an.

Als das Ergebnis verkündet wurde, lächelte Niemeyer, die am Wochenende zu den Bezirksmeisterschaften fährt, erleichtert. Ein zartes „Was?“ huschte über ihre Lippen. Zunächst umarmte die 13-Jährige die ebenfalls nominierte Marit Schute, bevor sie dem dritten Kandidaten Yannick Fraatz die Hand schüttelte. Im Gespräch mit Moderator Andreas Müller gestand Niemeyer, dass sie als Nächstes allen schreiben werde, dass sie gewonnen habe. „Das bedeutet mir sehr, sehr viel.“ Welchen Wunsch sie denn habe, fragte Müller. „Ich bin wunschlos glücklich“, strahlte die Siegerin.

U-16-Volleyballerinnen des SV Raspo Lathen (Mannschaft des Jahres): Die Freude war überwältigend, die Überraschung riesengroß. Die U-16-Volleyballerinnen von Raspo Lathen schauten sich fast schon ungläubig an, als sie als Mannschaft des Jahres verkündet wurden. Lediglich Trainer Gerrit de Boer ließ seinen Emotionen freien Lauf und jubelte lautstark.

Zu namhaft schien die Konkurrenz mit der Tischtennismannschaft des VfL Emslage und vor allem mit den Drittliga-Fußballern des SV Meppen zu sein. „Wir freuen uns innerlich“, sagte die sichtlich beeindruckte Kapitänin Emelie Siegner. „Unsere extreme Teamgemeinschaft, die Harmonie und das harte Training machen uns so erfolgreich.“ Doch dann, nachdem die jungen Spielerinnen ihren Erfolg endlich realisierten, folgte ihr Schlachtruf, den sie sonst nur auf dem Feld rufen: „Let’s go...Raspo!“

Ruderer Samuel Tieben (Sportpersönlichkeit des Jahres): „Es ist ein sehr schönes Gefühl, den Sport-Oscar in seinen Händen zu halten. Noch schöner ist es, dass diejenigen bei der Ehrung dabei sind, die mich unterstützen“, sagte Sam Tieben im Kreis mit seinen Eltern, Freundin Frieda Hämmerling sowie Doppelzweier-Partner Maximilian Fränkel.

Der Sportler vom Argonauten Ruderclub, nach eigener Aussage „häufig gut drauf und nicht leicht unterzukriegen“, war vorsichtig optimistisch nach Haren gekommen. Ein bisschen nervös war der Meppener, dessen Vater Heiner selbst im Rudersport aktiv war, dennoch.

Die Auszeichnung nahm Tieben, der Jura studiert hat, freudestrahlend mit breitem Lächeln entgegen. Das sei sehr positiv, weil es Motivation biete bei den täglichen Trainingsanstrengungen. Etwa 25 Stunden in der Woche kämen locker zusammen.

SVM-Aufstieg Kremers "emotionaler Ober-Gau"

An seinen „emotionalen Ober-Gau“ kann sich Andreas Kremer gut erinnern: Es war der Aufstieg des SV Meppen am 31. Mai 2017, 21.34 Uhr in der Hänsch-Arena. Der Vorstandssprecher des Drittligisten und Ehrengast der Sport-Wirtschaftsgala am Montag in Haren kämpfte auch mit mehrmonatigem Abstand mit den Emotionen.

„Damals sind mir die Tränen ins Gesicht geschossen“, erinnert sich der 48-Jährige, der eigens von Mallorca anreiste. „Das wird man nicht mehr los“, stellte er fest. Dabei erntete er die Früchte seiner Arbeit. Seit 2008 ist er die Konstante bei sonst wechselnden Personen im Meppener Führungsgremium. „Es war gar nicht geplant, in den Vorstand zu gehen“, entschuldige er sich noch einmal bei seiner Frau Anke, die er damals nicht einmal gefragt hatte. Landrat Hermann Bröring und Dieter Barlage hätten gedrängt. Immerhin verkündete er den Vorsatz, es jetzt ruhiger angehen zu lassen und mehr Zeit bei der Familie zu verbringen.

Die Arbeit an der Sanierung des SV Meppen sei sehr intensiv gewesen. Mit Blick auf das eigene Unternehmen „war es schon kritisch“. Er habe das Delegieren gelernt. Um das Jugendleistungszentrum Emsland kümmere sich Dieter Barlage, um den Frauenfußball Heinz Speet und um die Drittliga-Mannschaft Heiner Beckmann.

Besonders dankte Kremer Landkreis Emsland und Stadt Meppen, die rund vier Millionen Euro in die Hänsch-Arena investieren und „damit die 3. Liga erst möglich machen“. Das hätte der SVM, der den sportlichen Teil erfüllt habe, „allein gar nicht stemmen können“.

Der Verein benötigt die Unterstützung der Wirtschaft. „Wir spielen in einer ganz anderen Liga“, sagte der Vorstandssprecher, in der der SVM mit seinem Etat von 4,2 Millionen Euro nur ein Underdog sei. Der durchschnittliche Haushalt in der 3. Liga liege bei 7,5 Millionen Euro. „Da müssen wir uns allmählich angleichen“. Für die nächste Serie seien 4,8 bis 4,9 Millionen Euro geplant.

Da dürfte der Steilpass von Landrat Reinhard Winter, der wie die Vorsitzende vom Wirtschaftsverband Emsland, Maria Borgmann, klarstellte, dass der SV Meppen einen Leuchtturmeffekt für die emsländische Wirtschaft habe, gut angekommen sein. Auch deswegen werde der Verein getragen „von der gesamten Region“.
Kremer warb mit dem ehrlichen und „echten Fußball in der 3. Liga. Das bestätige auch sein Geschäftsführer COO Erden Yildirim. „Der geht inzwischen lieber zum SV Meppen als zu Dortmund“, grinste Kremer.

Natürlich rückte das Derby heute beim VfL Osnabrück in den Blickpunkt. Die von Moderator Andi Müller befragten Gäste setzten auf Sieg. Der in Meppen geborene Kremer, der in Osnabrück lebt, schmunzelte, das sei für ihn „wie ein Heimsieg. Ich glaube, wir können das schaffen.“ Er habe schon vor der Saison gesagt, er wünsche sich sechs Punkte gegen Osnabrück.

Mit Blick auf die Entwicklung des SV Meppen in den letzten Monaten blickte Winter, vielleicht angeregt von den Bildern vom Zweitligaaufstieg 1987, kühn nach vorn: „Vielleicht ist ja in den nächsten Jahren noch mehr möglich...“:

Maren Orth - rührender Abschied von der Bühne

Kurz vor Weihnachten hatte sie das Ende ihrer Leichtathletik-Karriere verkündet: Mittel- und Langstreckenläuferin Maren Orth, bis zu ihrer Hochzeit bekannt unter ihrem Mädchennamen Maren Kock, wurde bei der Gala in Haren offiziell verabschiedet.

Insgesamt war Orth mehr als ein Jahrzehnt im Leistungssport aktiv. Neben zwei DM-Titeln im Freien stehen fünf Hallenmeisterschaften (2011, 2012, 2014, 2015, 2016) über 1500 und 3000 Meter sowie zwei Silbermedaillen bei den Team-Europameisterschaften 2015 im russischen Tscheboksary.

Der Tiefpunkt folgte ein Jahr später. Obwohl Orth trotz verpasster Norm für die Olympischen Spiele nominiert und bereits eingekleidet worden war, durfte sie nicht in Rio de Janeiro über 1500 Meter an den Start gehen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte eine verblüffende Kehrtwende vollzogen. „Das hat mir schon sehr zugesetzt“, gestand Orth. Das sei ein einschneidendes Erlebnis gewesen, ergänzte sie. „Ich habe sehr, sehr lange gebraucht, um mich davon zu erholen. Ich habe lange mit mir gehadert, bevor ich einen Schlussstrich gezogen habe.“
Die Europameisterschaft im kommenden August in Berlin sei eigentlich noch ihr großes Ziel gewesen, verriet Orth. „Aber ich merke, dass ich nicht mehr so dahinterstehe.“ Trotzdem wird sie im Olympiastadion dabei sein – als Zuschauerin. „Berlin ist schon gebucht.“

Privat hat die aus Lingen-Brögbern stammende und zuletzt für die LG Telis Finanz Regensburg startende Maren Orth ihr Glück mit dem erfolgreichen Mittelstrecken- und Crossläufer sowie mehrfachen Deutschen Meister Florian Orth gefunden. Im März 2017 gaben sich die beiden das Ja-Wort. Ende des vergangenen Jahres ist das Paar ins hessische Schwalmstadt umgezogen. Florian Orth ist dort als Zahnarzt tätig, dessen Frau arbeitet volle Tage in der Apotheke.

Bevor sie gestern die Bühne verließ, richtete Maren Orth noch ein paar direkte Worte an die Gäste. Kurz versagte ihre Stimme, als sie ihren Eltern, Freunden, Trainer Arno Kosmider, der Sporthilfe Emsland und nicht zuletzt ihrem Mann dankte. Ein rührender Abschied vom Sport.

Quelle: NOZ, 06.03.2018
Text u. Foto:
Dieter Kremer
Uli Mentrup
Kim Patrick von Harling
Werner Scholz

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