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Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0

Arbeitskreis Bildung des Wirtschaftsverbandes informierte sich bei Krone



Der Arbeitskreis Bildung des Wirtschaftsverbandes Emsland informierte sich beim Personalleiter des Fahrzeugwerkes Krone, Willi Poll, über die Herausforderung der Arbeitswelt 4.0. und besichtigte das neue Oberflächenzentrum am Standort Werlte

Was bedeutet die Arbeitswelt 4.0 und welche Herausforderungen stellt sie an die Unternehmen? Das waren die zentralen Fragen, die der Arbeitskreis Bildung des Wirtschaftsverbandes Emsland bei einem Arbeitskreistreffen mit dem KRONE Personalleiter der  Sparte Nutzfahrzeuge, Willi Poll, diskutierten. Das Unternehmen beteiligt sich am Projekt der AOK Niedersachsen „Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0“.

 „Wir stehen vor einem einschneidenden Paradigmenwechsel in vielen Bereichen der Unternehmensführung“, ist Poll überzeugt. Die Heraus-forderungen der Arbeitswelt 4.0 beträfen nicht nur die Organisationsstrukturen von Unternehmen, sondern auch die Qualifikationsanforderungen an Mitarbeiter und Führungsebene.
„Vor allem wird die Geschwindigkeit in allen Prozessabläufen zunehmen“, weiß der Personalleiter. Ob Flexibilität oder die Interaktion Mensch und Maschine in der Fertigung, die Reaktionszeit auf Auftragsveränderungen im Kleinen oder auf die Unternehmensentwicklung im Großen, alles verläuft schneller als noch vor zwanzig Jahren. „Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen überholen die Langsameren“, zitiert Poll den ehemaligen BMW Vorstandsvorsitzenden, Eberhard von Kuenheim. So hätten ehemalige Branchenriesen wie Commodore, AGFA, Grundig oder Quelle schlichtweg die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

Parallelen sieht Poll im Fußball. Brauchten die Spieler bei der WM 1970 noch 5,8 Sekunden für einen Pass, liegt die durchschnittliche Zeit Heute bei weniger als drei Sekunden. „Spielverläufe werden schneller und komplexer, Reaktionszeiten verkürzen sich. Das gilt auch für die Arbeitswelt“, ist Poll überzeugt. Um die Herausforderungen zu meistern, bedarf es qualifizierte, motivierte und gesunde Mitarbeiterteams. Dass setze neben einem Betrieblichen Gesundheitswesen vor allem ein verändertes Verhalten der Führungskräfte voraus. Hier zählen Fähigkeiten mehr als Hierarchie. Neben einer Unternehmenskultur, die Mitarbeiter in Veränderungsprozesse mit einbezieht, sei auch ein positives Führungsverständnis unabdingbar, welches auf Werten, Vertrauen und Erfolgen basiert statt auf Kontrolle.

Im Gegenzug müssten sich die Mitarbeiter von morgen auf ein „lebenslanges Lernen“ einstellen, da sich auch die Anforderungsprofile stetig änderten. „Ausbildungsberufe und auch Studieninhalte müssen den geänderten Rahmenbedingungen angepasst werden“, ist Poll überzeugt.

Hier setzt der Wirtschaftsverband Emsland laut Projektleiterin Mechtild Weßling auch an. So würden viele Aktivitäten des Verbandes durchgeführt, bei denen Unternehmen und Schulen eng zusammenarbeiten. Ob Projektwochen oder Vorträge auf Elternabenden zu beruflichen Perspektiven im Emsland bis zu Betriebsbesichtigungen für Lehrer bei Unternehmen, der Verband wolle ein realistisches Anforderungsprofil der Fachkräfte von morgen bei Schulen und Eltern vermitteln. Arbeitskreisleiter Berns Esders hält besonders die Lernpartnerschaften zwischen Unternehmen und Schulen für ein geeignetes Instrument, um den Schülerinnen und Schülern berufliche Anforderungen zu vermitteln.

Quelle:
Text und Foto: Wirtschaftsverband Emsland, November 2018