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4. Energieforum des Arbeitskreises Energie des Wirtschaftsverbandes Emsland

Über 300 Vertreter aus Industrie, Forschung, Wissenschaft und Politik nahmen teil. „Das Thema "Power to X" ist angekommen, freute sich Stefan Engelshove von Siemens, Vorsitzender des Arbeitskreises.



Die Referenten und Organisatoren des Energieforums.

Die Frage der Speicherung von überschüssigem Strom aus regenerativer Energieerzeugung ist nicht der einzige, aber ein wichtiger Teilaspekt bei der Herkulesaufgabe, die nach der Katastrophe von Fukushima 2011 ausgerufene Energiewende in Deutschland zu realisieren. Was aber nach wie vor fehlt, ist eine Planung aus einem Guß. „In Deutschland hatten wir über viele Jahre hinweg 16 Energiewenden“, verwies Fritz Brickwedde, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE), auf unterschiedliche Herangehensweisen in den 16 Bundesländern. Als „17. Energiewende“ sei dann noch die des Bundes hinzugekommen. Hier sei eine klare Abstimmung zwischen Bund und Ländern, Politik und Wirtschaft dringend geboten.

Brickwedde sprach sich als vordringliche Maßnahme für eine Umwandlung der jetzigen Stromsteuer in eine Co2-Steuer aus. „Hauptverlierer werden dann die alten Kohlekraftwerke sein“, sagte der frühere Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Dies sei aber als Reaktion auf den Klimawandel unerlässlich. Solche mitunter älter als 40 Jahre alten Anlagen mit schlechtem Wirkungsgrad und hohen Emissionen verdienten „richtig gutes Geld“, während moderne Kohlekraftwerke schlecht dastünden, beschrieb Brickwedde einen „völlig unhaltbaren Zustand“. Er sei sich sicher, dass es nach den Bundestagswahlen eine Lösung geben werde. Was die Erdgaskraftwerke anbelangt, so bezeichnete sie Brickwedde als sehr gute Partner der Erneuerbaren Energien, die sich ergänzen könnten. „Die Versorgungssicherheit darf niemals gefährdet sein“, unterstrich der BEE-Präsident. Deshalb würden Erdgaskraftwerke und flexible, moderne Kohlekraftwerke weiter benötigt.

Die Frage, wie Strom aus regenerativen Energiequellen erzeugt werden kann, ist gerade im Emsland sehr gut beantwortet worden. Dies machten Landrat Reinhard Winter, Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone und der Vorsitzende des Arbeitskreises Energie, Stefan Engelshove, deutlich. Winter wies darauf hin, dass der Landkreis bereits heute mehr regenerativen Strom produziere, als er benötige. Womit die Frage nach den Speichermöglichkeiten stärker in den Fokus rückt. Es gelte, „den Strom an die Erde zu holen“, hatte es Hans-Peter Beck, Vorstandsvorsitzender des Energie-Forschungszentrums Niedersachsen, in einem Pressegespräch zuvor formuliert. Gemeint ist damit die Umwandlung des Stroms auf elektrochemischem Wege zum Beispiel in Wasserstoff oder Synthesegas. Diese müssten anschließend gespeichert werden. Ein solches Speicherkraftwerk konnte sich der Professor auch am Kraftwerksstandort Lingen vorstellen, da die Infrastruktur dort vorhanden sei. „Es ist alles da, man muss nur anfangen“, sagte Beck.


Quelle: NOZ, 04.03.2017
Text   : Thomas Perz
Foto   : Holger Keuper