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„Wertvolles Potential noch stärker nutzen“ - Eine aktuelle Information des Landkreises zum Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms

Meppen. Bei der Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) für den Landkreis Emsland sind u. a. auch die Entwicklung der Siedlungs- und Versorgungsstrukturen sowie die Entwicklung der Zentralen Orte komplett überarbeitet und weiterentwickelt worden. Ziel des RROP, das jetzt als Entwurf vorliegt und Ende 2010 durch den Kreistag abschließend entschieden wird, ist es, die sozialen und wirtschaftlichen Ansprüche an den Raum im Einklang mit den ökologischen Bedürfnissen umzusetzen.  

Zunächst zur Entwicklung der Siedlungs- und Versorgungsstruktur: In allen Teilräumen soll eine Steigerung des wirtschaftlichen Wachstums und der Beschäftigung erreicht werden. Um Innovationsförderung, eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und die Erschließung von Standortpotentialen auszuschöpfen, sind Flächen notwendig, auf denen sich Gewerbe ansiedeln kann. Dies ist im neuen RROP berücksichtig worden: Die Vorranggebiete für industrielle Anlagen sowie für hafenorientierte industrielle Anlagen sind räumlich aktualisiert und den zukünftigen Anforderungen angepasst worden. Dies führt im Ergebnis zu einem erheblichen Zugewinn an Flächen, die für diese Nutzung ausgewiesen werden sollen. Mit einem Plus von rund 575 ha soll die Gesamtfläche für industrielle Anlagen auf etwa 4674 ha anwachsen; die Fläche für hafenorientierte Anlagen erweitert sich um etwa 260 ha auf rund 684 ha. Insgesamt stehen damit 5358 ha und damit ein Mehr von 835 ha für die Ansiedlung von Unternehmen zur Verfügung. „Für die Wirtschaft ist eine hohe Verfügbarkeit von geeigneten Flächen insbesondere auch an den Hafenstandorten von besonderer Bedeutung. Hafen- und logistikaffines Gewerbe kann sich ansiedeln; dies kann zum einen die Verkehrs- und Umschlagsfunktion der Häfen stärken, zum anderen schafft es Arbeitplätze“, betont Landrat Hermann Bröring. 

Bei der Entwicklung der Zentralen Orte gibt es Neuerungen: Erstmals werden im aktuellen RROP Grundzentren mit mittelzentraler Teilfunktion aufgestellt. Zukünftig erhalten die schon bestehenden Grundzentren Haren, Salzbergen, Dörpen, Sögel, Werlte und Spelle eine mittelzentrale Teilfunktion, die sich zum einen auf die Funktion „Logistik/Hafen“ (Stadt Haren, Gemeinde Dörpen, Gemeinde Spelle) sowie auf die Funktion „Arbeitsmarkt“ (die Gemeinde Sögel gemeinsam mit der Gemeinde Werlte sowie die Gemeinde Spelle gemeinsam mit der Gemeinde Salzbergen) bezieht. Diese Schwerpunkte sollen gestärkt und damit ein besonderer Beitrag zur Regionalentwicklung geleistet werden. 

Haren beispielsweise erhält die Zuweisung „Logistik/Hafen“, weil die Stadt mit inzwischen 23 Reedereien und über 300 Schiffen drittgrößter Reedereistandort in Deutschland nach Hamburg und Leer ist. Mit dem gemeinsam mit der Stadt Meppen und dem Landkreis Emsland gebauten Eurohafen Emsland ist zudem eine Infrastruktur für den Güterverkehr auf dem Wasserweg geschaffen worden, die weiter ausgebaut werden soll.
An Dörpen wird die mittelzentrale Teilfunktion für den Bereich Logistik/Hafen wegen des Güterverkehrszentrums (GVZ) als einem von insgesamt sechs GVZ-Standorten im Land Niedersachsen übertragen. Ausschlaggebend für die Berücksichtigung von Spelle ist der Hafen Spelle-Venhaus, der im LROP 2008 als „Vorranggebiet Binnenhafen“ aufgeführt ist und somit zu den Binnenhäfen mit landesweiter Bedeutung zählt. U. a. darin liegen die Voraussetzung für eine positive Entwicklung des Hafen- und Logistikstandortes Spelle. „Hier ist in allen Fällen wertvolles Potential vorhanden, das in noch stärkerem Maß genutzt werden muss“, so Bröring.

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